Forschungsschwerpunkte der Arbeitsgruppe Inflam. Karzinogenese

Chronische Entzündungen, z.B. verursacht durch virale Infektionen, Rauchen oder hohen Alkoholabusus gehen mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Krebs einher. Daher sind in Tumoren neben Tumorzellen auch zahlreiche Entzündungs- und Immunzellen zu finden. Dies trifft auch für gastrointestinale Tumore wie das duktale Pankreasadenokarzinom (PDAC) zu, welches im Fokus unserer Untersuchungen steht.

Die Anreicherung von Entzündungszellen im Gewebe führt zu einer erhöhten Freisetzung von entzündlichen Mediatoren wie Zytokinen, Wachstumsfaktoren oder reaktiven Sauerstoffspezies. Darüber tragen Immunzellen, z.B. Makrophagen, T-Zellen aber auch Myofibroblasten in den entsprechend exponierten Epithelzellen erheblich zur Dedifferenzierung und Apoptoseresistenz bei, was diesen Zellen frühzeitig maligne Eigenschaften verleiht.
Diese Tumor-Stroma-Interaktionen tragen auch im Primärtumor sowie Metastasen ganz wesentlich zur Tumorprogression bei, indem sie das Wachstum und Krebsstammzelleigenschaften von Tumorzellen, die Disseminierung von Tumorzellen in sekundäre Organe, Ausbildung von Metastasen, Entwicklung von Immune Escape Mechanismen sowie Therapieresistenzen fördern.

Ziel der Arbeitsgruppe ist es, die komplexen molekularen und zellulären Interaktionen besser zu verstehen, über die entzündliche Prozesse sowohl zur Tumorentstehung als auch zum Auswachsen von Metastasen beitragen. Hierdurch sollen neuartige Zielstrukturen identifiziert werden, die zur Verbesserung von Diagnostik und Therapie von besonders bösartigen Tumoren wie dem PDAC genutzt werden können. Unsere Untersuchungen basieren auf der Verwendung von unterschiedlichen Kokulturmodellen mit epithelialen (Tumor-)Zelllinien und verschiedenen (entzündlichen) Stromazellen in vitro, um die Tumor-Stroma-Interaktion im Primärtumor sowie im metastatischen Kontext zu simulieren, und sich anschließenden Expressions- und Funktionsanalysen. Darüber hinaus versuchen wir in unseren Untersuchungen evolutionsbiologische Prinzipien zu berücksichtigen, um darüber ein besseres Verständnis von Phänomenen wie Therapieresistenz zu erhalten und darauf aufbauend neuartige Therapiestrategien entwickeln und testen zu können. Ferner validieren wir unsere Befunde in Zusammenarbeit mit den KollegInnen aus der Allgemeinen Chirurgie, Viszeral-, Thorax-, Transplantations- und Kinderchirurgie in präklinischen Studien sowie mittels Analysen von Gewebe- und Blutproben von Tumorpatienten aus der onkologischen Biobank BMB-CCC. Unsere Arbeiten erfolgen in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit verschiedenen Kliniken und Instituten des UKSH/CAU, des Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön sowie zahlreichen nationalen und internationalen Kooperationspartnern.

 

Publikationen