AG Molekulare Gastroenterologie & Tumorbiologie

Eine wesentliche Ursache der Krebsentstehung stellt die zelluläre Adaptation an persistierenden Stress infolge chronisch entzündlicher Vorgänge dar – z.B. von Epithelzellen des Darmes oder der Bauchspeicheldrüse während einer Kolitis Ulzerosa bzw. einer chronischen Pankreatitis. Unter Ein­fluß von Immunzellen (z.B. Makrophagen, Granulozyten) sowie ihrer Effektoren (ROS/RNS, IL1β, IL6, TNFα, TGFβ1) und daraus resultierendem oxidativen und inflammatorischen Stress konsolidie­ren sich epitheliale Schutzmechanismen unter Kontrolle von Tran­skriptionsfaktoren wie Nuclear factor-κB (NF-κB) oder Nuclear factor-E2 related factor-2 (Nrf2). Hieraus kann auch ein malig­ner Phänotyp re­sultieren, z.B. in Ver­bindung mit gesteiger­tem Apoptoseschutz, erhöhtem Prolifera­tions- oder Migra­ti­onsverhalten, Veränderungen des Metabolismus und der Entstehung von Therapiere­sistenz. Somit spielen NF-κB und Nrf2 ohne Zweifel eine wichtige Rolle bei der Entste­hung von Tumoren, z.B. des kolorektalen Karzinoms oder des duktalen Pankreaskarzi­noms. Ent­sprechend sind NF-κB und Nrf2 als Zielstruktu­ren für effizientere diagnosti­sche/therapeutische Maßnahmen von grösstem Interesse. Vorausset­zung ist hierfür ein genaues Verständnis der Moda­litäten, wie NF-κB und Nrf2 ihre tumorfördenden Eigenschaften ent­falten bzw. wie diese gezielt beeinflusst werden können.

Unter Heranziehung ver­schiedener Untersu­chungsmodelle und mit besonderer Berücksichtigung der Tumor-Stroma-Interaktion widmet sich seit vielen Jahren unsere Arbeitsgruppe diesem Thema. Das Untersuchungsspektrum reicht von Zellkulturversuchen, über tierexperimentelle Ansätze bis hin zu Pati­enten basierten Analysen. Somit ist gewährleistet, dass die zunächst auf Grundlagenfor­schung beru­henden Er­kenntnisse entsprechend auch im klini­schen Kontext abgebildet werden kön­nen.

 

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